Fundstück der Woche 25/2017

Ein fehlerhafter Aufdruck und seine Berichtigung, 1924


Das Fundstück der Woche 25/2017 ist eine Ansichtskarte aus der Zeit um 1924. Sie zeigt den Eingangsbereich in die von 1913 bis 1918 für das 2. Rheinische Feldartillerie-Regiment Nr. 23 erbaute Feldartillerie-Kaserne in Koblenz-Lützel, die zu der Zeit von französischen Truppen belegt war. Bereits 1922 waren Einheiten des 230. französischen Artillerie-Regiments in die zuvor von den Amerikanern geräumte Kaserne eingerückt. 1923 übernahm Frankreich endgültig die ehemals amerikanische Koblenzer Besatzungszone.

Zusammen mit der benachbarten, 1920 entfestigten Bubenheimer Flesche erhielt die Feldartillerie-Kaserne den neuen Namen Fort Drouot nach Antoine Drouot, der Général de division der Fußartillerie Napoleons war. Auf der hier gezeigten Ansichtskarte ist der Name des Forts jedoch falsch geschrieben, statt Fort Drouot heißt es Fort Drouan. Diese fehlerhafte Karte existiert in mindestens zwei Ausführungen.

Ansichtskarte 1924
Fort Drouan bzw. Drouot

Der Kartenschreiber, Soldat in der 14. Batterie des 39. Artillerie-Regiments (39e R.A.D. = 39e régiments d'artillerie), war zu der Zeit in der Kaserne stationiert. Er nutzte die Zeit nach dem Appell am Abend des 30. November 1924, um seinen Eltern einige kurze Zeilen zu schreiben und von seiner bevorstehenden Verlegung nach Trier zu berichten. Auf der Vorderseite notierte er, den fehlerhaften Ausdruck korrigierend: "- C'est la caserne boche où je suis actuellement logé - (Fort Drouot)", zu deutsch: "Das ist die deutsche Kaserne, in der ich zur Zeit untergebracht bin (Fort Drouot)".

Auf späteren Ausgaben der Ansichtskarte ist der fehlerhafte Aufdruck dann korrigiert.

Matthias Kellermann


Ansichtskarte aus der Sammlung des Autors.




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